Ein Stück Furnier schreibt Geschichte
Eigentlich ist es nur ein simples Stück Furnier. Swietenia Mahagoni. Aus New York. Aber dieses Stück Furnier schreibt Geschichte. Und zwar unsere. Oder zumindest ein Teil davon. Der Reihe nach:
Foto links: Konni Knoblauch
1991 waren Konni (das ist der Enkelsohn von unserem Firmengründer Fidel Knoblauch) und sein Team auf Montage eines großen Ladenbauauftrags bei Engelhorn und Sturm in Mannheim. Unter anderem wurde dabei eine Fläche für Polo Ralph Lauren eingerichtet. Die Fläche war auf einem Durchgang, mit noch offener Fassade und noch halb auf der Baustelle. Nachts flogen Steine gegen die aufwendig weiß lackierte Rückwand und auf der Straße brannten Container. Konni und sein Team versuchten einen Schutz gegen Steine und Ruß zu bauen, aber es half nichts, die weiße Wand war ruiniert.

Da war es für Konni selbstverständlich, die Wand vor Ort unter erschwerten Bedingungen nochmals zu streichen. Anpacken hieß die Devise. Und ohne dass er es damals schon ahnte, bahnte sich damit ein großer Ladenbauauftrag an.
Foto rechts: Ein Dankeschön an die Mitarbeiter
Die Reise nach New York
Denn einige Jahre später – es war Ende 2000 – bekamen wir eine Ausschreibung von Polo Ralph Lauren. Im Begleitbrief wurde erwähnt, dass es einen Musteraufbau des Ladenbaukonzepts zu besichtigen gab. Und zwar in New York. Kurzentschlossen stiegen Konni und Jürgen Zahn, den er im selben Jahr in die Geschäftsführung geholt hatte, ins Flugzeug. Um sich das Muster anzuschauen. Spontan wie die ganze Reise an sich, zückte er am 11.12.2000 in einem unbeobachteten Moment kurzerhand sein Taschenmesser, löste damit ein Stück von dem Möbelfurnier und nahm es mit. War eine gute Idee, denn wir bekamen nach dem Bau einer Musterfläche in München den Zuschlag und Polo Ralph Lauren zählt noch heute zu unseren größten Kunden.
Foto oben: Swietenia Mahagoni, damit fing alles an
Wie man richtig zupackt
Wie ein Talisman liegt das amerikanische Furnier noch heute in der Schreibtischschublade von Jürgen, der seit dem Tod von Konni im Dezember 2005 der Mann an unserer Spitze ist. Schon 1993 begegneten sich die beiden zum ersten Mal. Jürgen fing damals bei uns als Schreiner an. Ein Jahr später ging er nach Stuttgart auf die Designschule und führte danach sein eigenes Designbüro, in dem er immer wieder mit Knoblauch zusammen arbeitete. Dabei lernte er Konni sehr gut kennen und lernte viel von ihm. Das Zupacken und einfach mal Machen zum Beispiel.
So wie auch Manne aus der Werkstatt. Schon seit 1978 ist er bei uns als Schreiner und hat mit dem Bau von Möbeln, Fenster und Türen angefangen. Damals war Hubert, der Vater von Konni, noch im Unternehmen, das sein Vater Fidel 1909 gegründet hatte.
Im Lerros Showroom in Halle 29 war eine alte Holzhütte geplant. Nachbauen kam für uns nicht in Frage, authentisch sollte die Hütte sein. Also bekam der ortskundige Manne die Aufgabe, per Mountainbike die Wälder nach alten Hütten zu durchforsten. Nach Feierabend natürlich. Im Deggenhausertal auf dem Grubenhof wurde er fündig: ein alter, windschiefer und schon halb eingefallener Schopf!
Schnell war der Besitzer gefunden und die Hütte in einer Nacht- und Nebelaktion abgebaut. Der noch intakte Giebel wurde mit der Motorsäge abgetrennt und der Rest wie abgesprochen als wunderbares Winterfeuer niedergebrannt. Der Giebel wurde in Stücke geteilt, verladen und im Showroom in Düsseldorf aufgebaut.
Die Birne fällt nicht weit vom Stamm
Foto oben: Der Bodensee-Birnbaum auf dem Messestand
Einfach mal gemacht hat auch Stefan, der für einen Messestand von Steiff im Obstgarten seines Vaters auf dem Höchsten einen 80 Jahre alten Birnbaum fällte. Der Baum hatte Laub geworfen und wäre eh schon bald der Motorsäge zum Opfer gefallen. Der zehn Meter hohe Baum wurde bei uns in der Werkstatt etwas gekürzt und im „Magic Garden“ in Nürnberg wieder aufgebaut.

Die Wand eines Wirtshauses in Markdorf sollte aussehen wie eine alte Scheune. Also schraubte Roland in der väterlichen Scheune ein paar wurmstichige Heubodenbretter ab, neue Bretter hin und die alten Bretter im Gasthaus wieder an die Wand.
Foto rechts: Ein Heubodenbrett von Rolands Vater
Auf dem richtigen Kurs
Links: Fidel Knoblauch / Rechts: Hubert Knoblauch und sein Team
Etwas ausprobieren, womit keiner rechnet und wofür man vielleicht ein wenig Mut braucht – das macht unsere Arbeit aus. Vielleicht ist es das Erbe von Konni, Hubert und Fidel Knoblauch, der vor über hundert Jahren eine kleine Schreinerei gegründet hatte.
Foto Links: Konni Knoblauch und seine Maschine
Ein Familienbetrieb, der sich über die schwierigen Kriegsjahre retten konnte und in dem Familie auch heute noch großgeschrieben ist. Ein Betrieb, den Konni maßgeblich auf den Kurs gebracht hatte, mit dem wir heute noch mit rund 170 Mitarbeitern fahren. Als international tätiges Unternehmen für Laden- und Objekteinrichtung.
Knoblauch — Die Spezialisten für Laden- und Objektbau